Schutzgebiete am Kaitersberg

1. Wild-/Luchs-Schutzgebiet "Steinbühler Gesänke"
> Betretungs-/Kletterverbot lt. Karte

2. Wanderfalkenbrut-Schutzgebiet "Hoher Stein"
> Betretungs-/Kletterverbot lt. Karte
Das Kletterverbot kann ausgesetzt werden, wenn am 10. April das Landratsamt feststellt, dass keine Brut stattfindet.
Stand 2018: keine Aussetzung!

Verordnungstext:

Verordnung des Landratsamtes Cham zum Schutz des Lebensraumes für den Luchs im Steinbühler Gesenke des Kaitersberges vom 24.02.2015

Aufgrund von § 59 Abs. 2 Satz 2 des Gesetzes über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz - BNatSchG -) vom 29. Juli 2009 (BGBl I S. 2542), zuletzt geändert durch Art. 2 Abs. 24 des Gesetzes vom 06. Juni 2013 (BGBl I S. 1482), in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 und Art. 43 Abs. 2 Nr. 3 des Gesetzes über den Schutz der Natur, die Pflege der Landschaft und die Erholung in der freien Natur (Bayerisches Naturschutzgesetz – BayNatSchG –) vom 23. Februar 2011 (GVBl S. 82, BayRS 791-1-UG), geändert durch § 2 Abs. 19 des Gesetzes vom 08. April 2013 (GVBl S. 174) erlässt das Landratsamt Cham folgende Verordnung:

§ 1 Schutzgegenstand

(1) Die Verordnung gilt für den Bereich Steinbühler Gesenke am Kaitersberg.
Der Schutzbereich umfasst Teilflächen folgender Grundstücke: Fl.Nrn. 869, 869/2, 870, 870/1, 871, 872, 873, 1039, 1039/3, 1039/2 und 1040 Gemarkung Traidersdorf. Die Grenzen des Schutzbereiches sind in den Karten Maßstab 1: 6 000 und Maßstab 1: 25 000, die als Anlagen Bestandteil dieser Verordnung sind, dargestellt.

(2) Die Karten sind beim Landratsamt Cham als untere Naturschutzbehörde archivmäßig verwahrt und dort während der Dienststunden allgemein zugänglich.
(3) Der Schutzbereich ist durch entsprechende Beschilderung für jedermann deutlich gekennzeichnet.

§ 2 Schutzzweck

Zweck dieser Verordnung ist es, Störungen für den hochbedrohten Luchs fernzuhalten und somit für diesen das Steinbühler Gesenke als Rückzugsgebiet und zur Jungenaufzucht zu sichern und zu verbessern.

§ 3 Verbote

(1) Es ist ganzjährig verboten, das Steinbühler Gesenke in dem in § 1 Abs. 1 dieser Verordnung genannten Gebiet zu betreten.

Zum Betreten im Sinne dieser Verordnung gehört auch:
1. das Reiten,
2. das Radfahren oder sonstige sportliche Betätigungen,
3. das Pilze sammeln,
4. das Klettern.

(2) Das Verbot gilt nicht für
1. die rechtmäßige Ausübung der Jagd sowie Aufgaben des Jagdschutzes,
2. die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung,
3. notwendige Unterhaltungsmaßnahmen an Wegen im Schutzgebiet.

(3) Forstrechtliche oder straßenverkehrsrechtliche Regelungen bleiben unberührt.

§ 4 Befreiungen
Von den Verboten dieser Verordnung kann das Landratsamt Cham unter den Voraussetzungen des § 67 Abs. 1 und Abs. 3 BNatSchG, Art. 56 BayNatschG im Einzelfall eine Befreiung erteilen.

§ 5 Ordnungswidrigkeiten

(1) Nach Art. 57 Abs. 2 Nr. 3 BayNatSchG kann mit Geldbuße bis zu fünfundzwanzigtausend
Euro belegt werden, wer vorsätzlich dem Verbot des § 3 dieser Verordnung zuwiderhandelt.

(2) Nach Art. 57 Abs. 3 BayNatSchG kann mit Geldbuße bis zu zehntausend Euro
belegt werden, wer fahrlässig dem Verbot des § 3 dieser Verordnung zuwiderhandelt.

§ 6 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Bekanntmachung in Kraft.

§ 1 Änderung einer Verordnung

Die Verordnung des Landratsamtes Cham über die Beschränkung des Betretens des Wanderfalkenbrutfelsens vom 05.03.2001 (Amtsblatt für den Landkreis Cham Nr. 10 vom 08.03.2001) wird wie folgt geändert:

  1. Das in § 3 Satz 1 enthaltene Datum „30.06.“ wird ersetzt durch „15.07.“.

  2. § 3 wird mit folgendem Satz 3 ergänzt:
    „Sollte nach Feststellung des Landratsamtes kei- ne Wanderfalkenbrut im Schutzbereich stattfinden, kann das Landratsamt Cham ab 10.04. jeden Jahres das Verbot für das laufende Jahr aussetzen.

    § 2 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Bekanntmachung in Kraft.

Cham, 24.02.2015

Landratsamt Cham
Franz Löffler, Landrat

 

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