3-Tagestour Schliersee - Tegernsee - Tegernseer Hütte - Lenggries

1.Tag: Schliersee – Baumgartenschneid – Tegernsee

Viele Bergtouren starten an einem Wanderparkplatz, an dem man sein Auto abstellt. Dann werden idealerweise Hinweg zum Ziel und Rückweg auf unterschiedlichen Routen begangen. Unser Führer Thomas fährt am liebsten mit der Bahn zum Ausgangspunkt der Tour. Das hat unter anderem den Vorteil, dass der Endpunkt der Tour an einer beliebigen anderen Stelle sein kann, vorausgesetzt dort gibt es einen Bahnhof. Das hat Thomas jedoch zuvor professionell erkundet. Diese Tatsache gab der Tour wieder einmal einen besonderen Reiz. Am Sonntag, 24.6.18 kamen wir – das sind 15 DAV-Mitglieder der Sektion Straubing - demnach um ca. 11:00 Uhr am Bahnhof in Schliersee an. Unser erstes Etappenziel für diesen Tag war der Baumgartenschneid, ein Gipfel auf 1440m Höhe. Der Weg vom Bahnhof bis zum ersten Anstieg führte uns ein Stück entlang des Sees und auf einer Teerstraße. Danach ging es auch schon recht zügig bergauf. Das Wetter war an diesem Tag ideal zum Wandern, nicht zu warm aber trocken. Unterwegs mussten wir auf die Mountainbikefahrer achten, da diese teilweise in einem hohen Tempo sich bergab stürzten. Dann dauerte es auch nicht lange und wir erreichten unseren ersten Gipfel, von wo wir einen traumhaften Blick auf den Tegernsee genießen konnten und unsere mitgebrachte Brotzeit deshalb besonders gut schmeckte. Von dort konnten wir bereits auf Bad Wiessee auf der gegenüberliegenden Seite des Sees schauen, wo unsere erste Übernachtung sein sollte. Vorbei an den Resten eines Sonnwendfeuers ging es dann runter Richtung Tegernsee. Wir nahmen den Weg zu einer Kapelle und gingen ein Stück entlang eines Kreuzweges. Bevor wir unten am Tegernsee ankamen, machten wir noch eine gemütliche Einkehr auf einer Almhütte und stärkten uns mit Kaffee, Radler, und Weizenbier. Danach starteten wir, vorbei an einigen großzügig angelegten Privatgrundstücken, zum Ufer des Sees. Den besonderen Charme dieser Tour machte dann auch eine Überfahrt mit dem Schiff von Tegernsee nach Bad Wiessee aus. Schließlich bezogen wir unser erstes Quartier, das Hotel Setzberg zum See. Die anschl. Herausforderung, ein Restaurant und einen Tisch für 15 Personen zum Abendessen ohne Reservierung zu finden, meisterten wir bravourös. Das Restaurant Königslinde begeisterte uns mit sehr freundlichen Obern und guter bürgerlicher Küche.

2.Tag: Aufstieg über „Bauer in der Au“ zur Tegernseer Hütte

Bereits am Vorabend kündigte sich leichter Regen an, welcher dann am Vormittag des zweiten Tages sogar noch stärker wurde. Der Regen konnte uns natürlich das hervorragende Frühstück im Hotel, u.a. mit Shrimps, Müsli und frischem Obst, nicht vermiesen. Verpackt in Regenkleidung und mit Schirm ausgerüstet, starteten wir dann etwas verspätet um ca. 10:00 Uhr zu unserer Tour auf die Tegernseer Hütte. Der Regen hörte leider erst, obwohl anders vorhergesagt, am Nachmittag auf. Um die Mittagszeit kamen wir an einer typischen Almhütte mit Viehbestand, der Schwarzentennhütte, vorbei. Das schlechte Wetter trieb uns rein in die warme Stube und wir genossen hervorragenden selbstgemachten Käsekuchen. Danach wurde der Weg immer steiler und wir konnten einen ersten Blick auf die Tegernseer Hütte erhaschen. Es waren jedoch noch einige beschwerliche Serpentinenwege zu gehen, bevor wir dann die Hütte auf einer Höhe von 1650m erreichten. Die meisten waren froh, endlich angekommen zu sein. Der harte Kern ließ es sich jedoch nicht nehmen, noch auf den Rosssteingipfel zu gehen. Zwei bis drei Unermüdliche kletterten zusätzlich noch auf den Buchstein. Von der Hütte aus konnte man eine traumhafte Fernsicht auf den Achensee, das Rofangebirge und im Westen sogar auf den Starnberger See genießen. Dazu wurden wir noch mit herrlicher Abendsonne belohnt. Die Hütte wurde vor ca. 10 Jahren renoviert und bezieht ihren Strom zu 100% aus Photovoltaik und hat ein modernes Abwassersystem. Leider war das Matratzenlager sehr schlicht und engräumig. Einige von uns konnten nicht mal die Füße ausstrecken.

3.Tag: Abstieg über Seekar und Lenggrieser Hütte nach Lenggries

Ein Teil von uns wählte den steilen Weg mit Kletterpassagen südlich der Tegernseer Hütte, der andere ging ein Teilstück desselben Weges wie am Vortag zurück. Nach einer knappen Stunde waren wir wieder vereint und machten uns auf in Richtung Seekar. Charakteristisch für diesen Teil der Bergtour waren Kletterpassagen, die auch Schwindelfreiheit erforderten, da wir meist auf einem Grat mit steil abschüssigem Hang entlanggingen. Am Nachmittag erreichten wir die Lenggrieser Hütte, die zwar wie üblich dienstags geschlossen war, jedoch konnten wir uns mit Getränken selbst bedienen und es war eine Kasse für die ehrlichen Bergwanderer eingerichtet. Das Wetter an diesem Tag war ähnlich gut wie am ersten Tag, jedoch etwas kühler. Mit einem Spaziergang bergab Richtung Lenggries neigte sich die Tour langsam dem Ende entgegen. Um uns den langen Weg zum Bahnhof zu versüßen, machten wir noch einen Einkehrschwung in einem Lenggrieser Eiscafe.

Eine rundum gelungene Tour endete dann mit der gemütlichen Bahnfahrt durch das schöne Oberbayern von Lenggries über München zurück nach Straubing und Bogen. Text: Rainer Schick, Bilder: Reinhard Rauscher, Johann Raith

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