Hoher Göll (2522m)

Geschichtsstunde am Nürburgring

Der Hohe Göll in den Berchtesgadener Alpen war das Ziel einer Tagesfahrt. Der wolkenlose, strahlende Sonntag war wie gemacht für die Besteigung dieses prächtigen Aussichtsbergs. Wegen eines Oldtimer-Rennens war die Rossfeldstraße gesperrt, sodass das Auto am Obersalzberg bleiben musste. In diesem Gebiet haben sich einst die NS-Bonzen um ihren „Führer“ geschart, dessen alpiner Regierungssitz, das Kehlsteinhaus, auch das erste Ziel war. Noch nach 80 Jahren strahlt dieser Bau Beklemmung aus. Vor dem grandiosen Panorama, das vom Dachstein über Großglockner und -venediger bis zu den Stubaier Alpen reichte, ließ man diese Gedanken schnell hinter sich. In stetem Auf und Ab überwand die Gruppe in leichter Kletterei den aussichtsreichen Mannlgrat. Dem Bergrücken des Göll folgend war der Gipfel (2522m) 3,5 Stunden nach dem Kehlsteinhaus erreicht. Nun ging es an den langen Abstieg über den teils ausgesetzten Schustersteig zum Purtschellerhaus, das einen originellen Grenzübergang zwischen Salzburg und Bayern beherbergt. Gestärkt ging es weiter, wobei der immer penetranter werdende Lärm des Rossfeldrennens eher an den Nürburgring als an Bergeinsamkeit erinnerte. Entschädigt wurden die Bergsteiger dann aber durch die vielen historischen Fahrzeuge und einen netten Streckenwart, dessen Shuttleservice den Asphalthatscher am Ende deutlich abkürzte. Eine abwechslungsreiche Runde, die unbedingt empfehlenswert ist.

Stefan Frank

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