Schneeschuhtouren beim Meissner Haus

12 Personen des DAV-Straubing fuhren am Samstag nach Ellbögen bei Patsch.

Da der Tourenparkplatz belegt war, mussten wir vom Ort aus aufsteigen. Das war etwas weiter. Die Schneeschuhe wurden anfangs auf die Rucksäcke gepackt. In knapp 2 Stunden erreichten wir das Meissner Haus. Hier heroben gab es noch Schnee genug. Da es bei der Fahrt zu verkehrs- und frühstücksbedingten Wartezeiten kam, waren wir etwas außer dem Zeitplan. Dennoch gönnten wir uns erst etwas zum Essen. Für die Viggarspitze waren wir etwas spät dran. Aber es reichte noch für den Berggasthof Boscheben 2030 m. (im Winter geschlossen) und auf das Lanser Kreuz 2110 m. Dort gab es eine schöne Aussicht ins Inntal und auf Innsbruck hinab.

In der Nacht konnten wir bereits den angekündigten Föhnsturm hören. Mit jeder hörbaren Böe hatte man das Gefühl, dass der Wind sogar durch die Ritzen des Lagers pfiff. Der kräftige und warme Wind bereitete uns Sorgen. Aber laut Lawinenlagebericht hatte sich die Lawinenstufe nicht geändert. Es blieb bei 3. Trotzdem galt es, wegen der Triebscheeansammlungen, achtsam zu sein. Der steile Hang im lichten Wald, den wir zuerst hinauf mussten, war von den Skifahrern schon gut eingefahren worden. Das war etwas beruhigend. Desto weiter wir hinaufkamen, umso windiger wurde es allerdings.

Das Gelände war zwar nicht mehr so steil, dafür etwas welliger. Dennoch merkten wir in Mulden und an steileren Querungen die ungünstige Beschaffenheit des Schnees. Wir wollten eigentlich zum Morgenkogel, steuerten aber wegen der Verhältnisse zunächst den Signalkopf 2273 m. an. Leicht zu finden war dieser jedoch nicht. Laut unseren GPS-Geräten standen wir unmittelbar davor, oder daneben, konnten aber kein markantes Zeichen erkennen. Es war auch schwierig, da der Sturm mittlerweile um einiges zugenommen hatte.

Er trieb uns feine Eisnadeln ins Gesicht und zupfte und zerrte an unseren Jacken. An exponierten Stellen konnte man sich so richtig dagegen lehnen, ohne umzufallen. Bei einer Aussichtsstelle hatten wir um einige Teilnehmer Angst, dass sie der Wind nicht auf der anderen, steileren Seite hinunterblies. Wir gingen hinter einem Felsen in Deckung, um uns dort etwas windgeschützter zu besprechen. Wir kamen zu dem Schluss, dass es nicht sinnvoll war weiter in Richtung Morgenkogel aufzusteigen. Dort oben hätte es sicher noch stärker gepfiffen und dann hätte es tatsächlich gefährlich werden können. Sowohl von der Windstärke, wie auch von der Lawinenlage her. Trotz der immer noch guten Sichtverhältnisse entschlossen wir uns zum Abstieg.

Dabei hatten wir kurz vor der Hütte nochmal unseren Spaß. Der Schnee war so weich und das Gelände so steil, dass es manche vorzogen auf dem Hintern abzufahren, statt mit ihren Tretern anstrengend abzusteigen. In der Hütte kehrten wir nochmals zu einer zünftigen Brotzeit ein, bevor es endgültig ins Tal hinunter ging, von wo aus man wieder die Heimreise antrat.

Bilder Veitenhansl/Nachreiner/Zwinger Text Sepp Zwinger

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