3-Tagestour Spitzingseegebiet - Rotwand

In diesem Jahr reisten wir dank des 9€-Tickets der DB so günstig wie nie zuvor mit dem ÖPNV zu unserem Startpunkt der Bergtour. Interessanterweise waren die Züge wider Erwarten nicht ausgelastet, wodurch eine recht entspannte Atmosphäre bei der Zugfahrt herrschte.

1.Tag 19.06.22: Vom Spitzingsattel zur Schönfeldhütte

Dieses Mal nahmen 13 Bergfreunde (innen) an der Tour teil, wobei die Damen mal wieder in der Überzahl waren. Wir machten uns mit der Bahn auf den Weg über München Hbf zum Schliersee mit Halt in Fischhausen, wo wir dann in den Bus zum Spitzingsattel umstiegen.
Am Spitzingsattel angekommen, machten wir uns auf den Weg direkt zur Schönfeldhütte, die wir bereits um ca. 13:30 Uhr erreichten. Nach einer kleinen Stärkung hatten wir nun die Auswahl zwischen zwei bis drei Gipfeln, wobei wir uns zunächst für die Aiplspitz (1759m) und anschl. den Jägerkamp (1746m) entschieden. Der spektakulärere war die Aiplspitz mit schmalen Gratwegen, für die man schwindelfrei sein musste. Dafür wurden wir mit einer herrlichen Panorama-Aussicht auf den Schliersee und Wendelstein belohnt. Das Wetter an diesem Tag war etwas zu heiß, jedoch lässt es sich in Höhen über 1000m gut aushalten.
Zurück auf der Hütte ließen wir den Tag auf der Terrasse bzw. auf den Liegestühlen gemütlich ausklingen. Die Wirtin war sehr freundlich und kam uns mit dem Wunsch nach 3 Mehrbettzimmern entgegen.

2.Tag 20.06.22: Von der Schönfeldhütte zum Rotwandhaus

An diesem Morgen war bereits für Vormittag Regen angekündigt, sodass wir uns so schnell wie möglich nach dem Frühstück auf den Weg machten. Unsere Gipfelziele waren heute der Taubenstein und die Rotwand (1884m). Leider setzte schon nach ca. 1 Stunde leichter Regen ein und wir änderten unseren Routenplan entsprechend ab. Wir gingen nach einem kurzen Abstecher über den Taubenstein anstatt eines steilen Weges zur Rotwand einen – wie Tom es ausdrückte – seniorengerechten Panoramaweg um die Rotwand herum. Wobei sich der/die eine oder andere die Frage stellte, ab welchem Alter man sich als Senior(in) einstufen muss. Der Regen hatte auch schon wieder aufgehört und sollte im weiteren Verlauf der Tour kein Thema mehr sein.
Einige Abenteurer unter uns machten sich dann auf den Weg zur Rotwand und nahmen anschließend auf dem Weg nach unten den sehr steilen Kriegersteig in Angriff. Dieser Weg war übersät von Schafskot und führte durch dichte Kieferlatschen hindurch und zwang uns dazu, immer wieder in gebückter Haltung zu gehen. Dann am Rotwandhaus angekommen, konnten wir eine sehr komfortable Alpenvereinshütte in einem hygienischen Topzustand erleben.
Der Inhalt der Rucksäcke durfte nur in Kisten verpackt mit auf die Zimmer genommen werden. Den Schlafsack legten wir vor Benutzung in die Mikrowelle. Damit hatten die lästigen kleinen Mitbewohner, mit denen die Berghütten in der Vergangenheit zu kämpfen hatten, keine Überlebenschance mehr.

3.Tag 21.06.22: Vom Rotwandhaus über die Ruchenköpfe nach Geitau.

Heute stand erneut ein hoher und relativ spitzer Berggipfel auf dem Programm, die Ruchenköpfe. Zunächst mussten wir etliche Höhenmeter bergab gehen, um den Einstieg zum Gipfel zu erreichen. Von unten aus betrachtet, erschien es uns unmöglich, diesen Gipfel zu erklimmen. Wenn man sich jedoch auf den Weg dorthin macht, entdeckt man recht schnell die Gassen und Gratwege, die zum Gipfel führen. Oben angekommen, waren wir stolz auf unser erreichtes Ziel und hatten einen wunderschönen Blick nach unten auf den Soinsee, der schwarzgrün am Rande des Waldes schimmerte. Der Soinsee war dann auch das Ziel unserer Mittagsrast, ein idyllisch gelegener Bergsee hoch über dem Ort Bayrischzell gelegen. Beim abschließenden Abstieg nach Geitau hatten wir das Pech, dass uns eine noch im Bau befindliche und nicht freigegebene Fußgängerbrücke den Weg zum Bahnhof versperrte.
Schnell hatten wir jemand von der Baufirma ausfindig gemacht und überredeten ihn, doch die Absperrschranken für uns kurz zur Seite zu heben (nach dem Motto „das sieht doch eh niemand“) Somit konnten wir, ohne dass es hektisch wurde zum Bahnhof gehen. Wegen eines Unwetters war dann die Strecke zwischen Moosburg und Freising gesperrt und wir mussten eine lange mühselige Busfahrt auf uns nehmen, was einige von uns dazu brachte, den Komfort des öffentlichen Personennahverkehrs in Abrede zu stellen. Wir kamen dann etwas verspätet um ca. 20:00 Uhr wieder in Bogen an und waren uns einig, dass wir erneut 3 wunderschöne Berg-Tage erlebt hatten.

Text: Rainer Schick
Fotos: Conny Baumeister, Claudia Mayer, Johann Raith

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