3-Tagestour von Oberaudorf auf den Wendelstein

„Wenn Engel reisen, lacht der Himmel“…

Dieser Spruch ist leider schon etwas abgedroschen, passte aber für die diesjährige 3-Tagestour perfekt.

Wir hatten tatsächlich keinen einzigen Regentropfen zu spüren bekommen. Am zweiten Tag zeigte sich sogar ein interessantes Naturschauspiel. Es bauten sich immer wieder kleine Wolken am Himmel auf, die sich aber dann rasch wieder auflösten.

1.Tag 13.06.21:

Aufstieg von Oberaudorf zum Brünnsteinhaus
In diesem Jahr traten wir unsere Tour erneut unter erschwerten Bedingungen an.

Erschwerte Bedingungen, weil wir zum einen alle – bis auf die komplett Geimpften – im Zug auf dem Weg von Straubing nach München einen Corona-Selbsttest machen mussten und zum anderen logischerweise über 4 Stunden Maske tragen mussten. Davon ließ sich unsere Gruppe jedoch nicht die gute Laune verderben und auch nicht die Freude auf die kommenden Berg-Tage.

Wir erreichten dann unser erstes Etappenziel Oberaudorf um 11:49 Uhr. 

Nachdem wir uns mit einem Kaffee bzw. Eis gestärkt hatten, ging es über ca. 980 hm hinauf zum Brünnsteinhaus, unserem ersten Quartier.

Das Positive an der Situation war an beiden Tagen, dass wir die einzigen Übernachtungsgäste waren und dadurch die Hütten sozusagen als besonderen Komfort für uns „alleine hatten“.

Den Höhepunkt des ersten Tages bildete aus meiner Sicht wieder der gemeinsame Aufstieg zum Gipfel des Brünnstein auf 1620m Seehöhe, von wo aus wir mit einem gigantischen Panorama-Rundumblick belohnt wurden. Der Aufstieg selbst war mit steilen Kletterpassagen und Seilsicherungen recht anspruchsvoll.

Wieder in der Hütte angekommen bezogen wir unser Quartier. Glücklicherweise durften nur maximal 4 Personen auf ein Zimmer, wodurch uns eine für Übernachtungen auf Alpenvereinshütten vergleichsweise angenehme ruhige Nacht erwartete.

2.Tag 14.06.21:

Vom Brünnsteinhaus über Rosengasse und Arzmoos zur Mitteralm

Am zweiten Tag konnten wir erneut viel Sonnenschein genießen.

Der Weg führte uns nun durch stark verwurzelte Waldwege und nach kleineren Orientierungsschwierigkeiten zur Rosengasse, einem Ausgangspunkt für Wanderungen im Sudelfeldgebiet. Da das Gasthaus Rosengasse montags Ruhetag

hat, gingen wir weiter und stärkten uns in einem Restaurant in Grafenherberg mit Apfelstrudel, Kaffee und sonstigen Getränken. Wir waren nun mitten im Skigebiet Sudelfeld und man konnte das winterliche Treiben der Snowboarder und 

Skitourengeher sehr gut erahnen.

Auf dem weiteren Weg Richtung Arzmoos machten wir Rast an der Kelheimer Hütte. Die gehört zwar dem Alpenverein Sektion Rosenheim, ist aber eine Selbstversorgerhütte. Ein freundlicher Herr überließ uns das Gelände rund um die Hütte für unsere Brotzeitpause.

Danach ging es weiter bergauf Richtung Mitteralm und wir erreichten schließlich das Gleisbett der Wendelsteinbahn, mussten es überqueren und so kamen wir nach insgesamt zurückgelegten 15km auf der Mitteralm an.

Leider zu früh, denn außer zwei Studentinnen, die auf der Alm aushalfen, war noch kein Personal vor Ort. Zumal Montag in der Regel Ruhetag ist. Wir hatten mit der Wirtin vereinbart, dass wir so gegen 17 Uhr ankommen würden. Diese kam dann auch mit der Wendelsteinbahn an der Station Mitteralm an und wir halfen beim Transportieren der Verpflegungskisten mit aus.

Nun erwartete uns ein gemütlicher Hüttenabend mit einer recht gesprächigen und geselligen Hüttenwirtin.

3.Tag 15.06.21:

Von der Mitteralm über die Soinalm auf den Wendelstein

Wir hatten heute wieder etliche Höhenmeter zu bewältigen, um auf den Gipfel des Wendelstein zu kommen. Auf Empfehlung der Wirtin wählten wir den Weg über die Soinalm. Dabei konnten wir eine Gruppe von Bundeswehrsoldaten bei einer Kletterübung beobachten.

Auf dem Gipfel angekommen, mussten wir erkennen, dass der Wendelstein annähernd zu 100% den Touristen „geschenkt“ wurde und kaum ein Quadratmeter freie Fläche mehr zur Verfügung steht.

Der heutige Tag war wettertechnisch bereits recht heiß, sodass wir uns Schattenplätze zum Rastmachen erkämpfen mussten.

Am Nachmittag traten wir dann den Weg bergab über ca. 1100 hm nach Bayrischzell an, wo wir an einem idyllischen Wasserfall vorbeikamen. Am Bahnhof angekommen, stand schon der Bus bereit, der uns dann im Schienenersatzverkehr nach Miesbach bringen sollte. Aufgrund mehrerer Baustellen sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene, hatte uns der Busfahrer freundlicherweise über die zu erwartenden Staus informiert. Letztendlich kamen wir alle gesund in Straubing bzw. Bogen am Bahnhof an.

Zum Ende möchte sich unsere Gruppe wieder einmal herzlich bei unserem Wanderleiter Thomas Raith und seinem Helfer Markus Breu bedanken. 

Wir freuen uns auf die nächste Tour 2022.

Text: Rainer Schick, Fotos: Johann und Michael Raith

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