Drei Dreitausender – Abenteuerliche Hochtouren im Stubaital

Datum: 15-17.07.2022 Teilnehmer: 19 DAV Mitglieder

Wetter: 3 Tage Sonne, 5-25 Grad

Gipfel: Wilder Freiger 3418 m, Wilder Pfaff 3456 m, Zuckerhütl Westgipfel 3498 m

Übernachtung: Nürnberger Hütte 2278 m, Müllerhütte 3145 m

Tourbericht:
19 abenteuerlustige Alpenvereinsmitglieder trafen sich am Freitagabend in der Nürnberger Hütte auf 2278 m. Der Aufstieg mit 900 Hm dauerte knapp 2 Stunden. Nach dem Abendessen stellte Tom die geplanten Dreitausender Besteigungen für die kommenden zwei Tage vor. Die Tour hörte sich sehr spannend und abenteuerlich an und so sollte es auch werden.

Samstagfrüh startete die Gruppe bei traumhaften Bedingungen in Richtung Wilder Freiger. Ein unschwieriger, aber teilweise steiler Weg führt bis zu einem kleinen Schneefeld, das wir überquerten. Nach ein paar leichten und seilversicherten Kletterstellen und dann flachem Blockgelände gelangten wir zum Signalgipfel (Grenze zu Italien). Hier richteten wir ein Rucksackdepot ein, um über einen schmalen Firn- und Felsgrat zum Hauptgipfel des Wilden Freigers mit seinen 3418 m zu klettern. Wir hatten einen traumhaften Ausblick auf viele Gipfel der Alpen. Über einen teilweise seilversicherten Grat kletterten wir zum Übeltalferner hinab. Einige von uns seilten sich an und gingen auf den Gletscher, um Spaltenbergung zu üben, die Kaffeegruppe (Ich inklusive!) stiegen zum neu renovierten Becherhaus 3195 m auf, wo wir Kaiserschmarrn und Radler genossen. Erst nach der wohlverdienten Pause stiegen wir ebenfalls auf den Gletscher ab, der durch die warme Sonne ziemlich matschig geworden war. In mehreren Seilschaften überquerten wir den Übeltalferner, um dann noch ca. 100 Hm zu unserem heutigen Ziel, der Müllerhütte 3145 m aufzusteigen, wo wir sehr freundlich vom Hüttenwirt mit einem „Schnapserl“ begrüßt wurden.

Nach einer Nacht auf über dreitausend Metern und einem Hüttenfrühstück war die Straubinger DAV Gruppe wieder bereit für neue Gipfel. Dank blauem Himmel und Sonnenschein stand schon mal das Wetter nicht im Weg, um als erstes den Wilden Pfaff zu besteigen. Nur mit Steigeisen bewaffnet marschierten wir ein kurzes Stück über den Firnrücken zum Ostgrat, der sich bis zur Müllerhütte hinabzieht. Ab hier brachte uns die Bergsonne und der steile Aufstieg ziemlich ins Schwitzen. Wir folgten den Markierungen und mit zunehmender Höhe wurde es anspruchsvoller, aber auch der Ausblick traumhafter. Die Kletterei, teilweise UIAA-II, machten allen viel Spaß, auch wenn Fehltritte verboten waren. Nach ca. 300 Höhenmetern erreichten wir eine 30 m lange, drahtseilversicherte Platte, die uns spektakulär zum Gipfel des Wilden Pfaff 3456 m führte. Und wieder wurden wir mit einer gigantischen Aussicht über eine traumhafte Gletscherlandschaft und den atemberaubenden Stubaier und Ötztaler Dreitausendern-Gipfeln belohnt. In leichter Blockkletterei gelangten wir zum Sulzenauferner, wo wir wieder Seilschaften bildeten. Über den spaltenreichen Gletscher umgingen wir den Zuckerhütl Hauptgipfel. Der Hüttenwirt der Müllerhütte riet uns ab, diesen zu besteigen, da die Steinschlaggefahr bei einer großen Gruppe zu hoch ist.  Über leichtes Blockgelände stiegen wir deshalb zum sicheren Westgipfel 3498 m hoch. Nur die letzten drei Meter zum Gipfel, den eine Madonnafigur ziert, muss man eine UIAA-3 er Kletterstelle meistern. Ein paar Wagemutige kletterten zum Gipfel hoch, die anderen, wie auch ich, ließen die kleine Scharte 3 Meter unterhalb als Gipfelsieg gelten. Über das Pfaffenjoch und Fernauferner gelangten wir ins Stubaier Gletschergebiet, von wo wir zur Mittelstation abstiegen. Mit dieser gelangten wir ins Tal und mit dem Bus zurück zum Parkplatz.

Fazit: Die Berge bringen Ruhe, Entspannung und das Gefühl von Freiheit. Je höher man nach oben kommt, desto freier fühlt man sich. So auch bei dieser Hochtour in den Stubaier Alpen. Wie immer gehört an dieser Stelle großes Lob für die perfekte Organisation her. Danke Tom!

Autor: Markus Winklmeier

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