Lawinenkunde – Praxisteil am 20.01.2019

Kaiser- statt Arberwetter ...

... bescherte uns der üblicherweise eher grimmige „König des Bayerischen Waldes“, als wir am 20. Januar 2019 am Treffpunkt Großer Arbersee zum Praxisteil des Lawinenkurses eintrafen. Wir, das waren 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer plus vier Ausbilder: Peppi und Michael Grill, Sepp Zwinger und Jupp Berglehner.

Bei anfänglichen minus zehn Grad Celsius ging es nach dem LVS-Gerätecheck in mehreren wohl überlegten Etappen durch das geplante Programm.

Nach einem kurzen Anstieg konnten wir den Schneedeckenaufbau analysieren und dabei die verschiedenen Schichten erkennen, uns über Ski- und Schneeschuhmaterial und die neuesten Trends hierzu informieren. Außerdem ermöglichte der erste Stopp, dass man ausstattungs- und kleidungsmäßig individuell nachbessern konnte – mittlerweile war doch einigen von uns wärmer geworden ;-)

Weiter ging es den Wald hinauf, in dem sich mittlerweile immer mehr die Sonne ihren Weg durch die schneebeladenen Bäume bahnte. An einer steilen Böschung haben wir zunächst mithilfe unserer Skistöcke (Pendeltrick) und danach vergleichsweise mit der DAV-Snowcard die Hangneigung bestimmt. Somit hatten wir eine weitere Voraussetzung zur Beurteilung einer möglichen Lawinengefahr im Gelände prüfen können.

Nach einem weiteren, etwas längeren Aufstieg hatten wir unser „Endziel“, eine freie Wiesenfläche zur Suche und Rettung von Lawinenopfern, erreicht und eine kurze Brotzeitpause einlegen können. Bei strahlend blauem Mittagshimmel und umringt von allein durch die Natur geschaffenen, fast unwirklich anmutenden, bizarren Schneekunstwerken, den „Arbermandln“, genossen wir die wärmenden Sonnenstrahlen, bevor wir mit der Verschüttetensuche begannen. Vergraben wurde dabei zum Glück nicht einer von uns, sondern der jeweilige Rucksack des Ausbilders ;-).

In vier Kleingruppen zu je sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmern eingeteilt, hatten wir beste Übungsbedingungen. Jede und jeder von uns konnte mindestens zweimal üben, was zuvor vom Ausbilder sehr anschaulich und engagiert demonstriert wurde: Signalsuche mit dem LVS-Gerät, Grobsuche, Feinsuche im Landeanflug und Einkreuzen, – gegebenenfalls mit Korrektur, Markieren und schließlich die Punktortung durch Sondieren. Alle haben es geschafft und das „Opfer“ gefunden. Motivierende Erfolgserlebnisse waren also garantiert!

Zu guter Letzt lernten wir, das gefundene „Lawinenopfer Rucksack“ sinnvoll und kräfteschonend und im Team möglichst effizient auszugraben und schonend zu bergen. 

Nachdem wir alle auch diese Aufgabe erfolgreich gelöst hatten, wurden wir vom verantwortlichen Ausbilder mächtig gelobt und vom offiziellen Teil des Kurses entlassen.

Keine und keiner von uns ließ es sich allerdings nehmen, am anschließenden inoffiziellen Gipfelsturm teilzunehmen. Bei immer noch strahlend blauem Himmel und ungewohnter Windstille am Berg stapften und glitten wir staunend durch das „Arber-Winter-Wonderland“ zum Gipfel empor.

Beim anschließenden Aprés-Kurs und gemütlichen Zusammensein im Arber-Schutzhaus stärkten wir uns für die Abfahrt bzw. den Abstieg ins Tal, aus dem sich die Sonne bereits zurückgezogen hatte und sich der Tag langsam zu Ende neigte.

Fazit:

  • Fachlicher Lernerfolg auf der ganzen Linie bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern!
  • Grandioses Naturschauspiel, inszeniert vom Arber und seinen Geistern – zum richtigen Zeitpunkt!
  • Nachhaltiges Wohlfühlerlebnis für Körper, Geist und Seele!

Ein ganz herzliches Dankeschön hierfür an alle Verantwortlichen!

Inge Körber

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