MTB Tour in Marokko über den DAV Summit Club

Wie immer stellte ich mir die Frage, ob genügend Interessenten mit mir in Marokko MTB-fahren wollen. Drei Monate vor Anmeldeschluss musste ich dann aber 3 Freunden absagen, da bereits 11 Leute ihre Teilnahme fest zugesagt hatten.

Nach einigen organisatorischen Problemen wegen Streichungen von Flügen, starteten wir am 8.6.2019 mit den in Kartons verpackten MTBs von Straubing nach München und flogen mit Royal Air Maroc über Casablanca nach Ouarzazate. Leider wurde beim Inlandsflug eine kleine Maschine eingesetzt, die unsere 12 Kartons nicht mehr mitnehmen konnte, obwohl der Transport von Summit Club angekündigt und von Air Maroc bestätigt war!? Ibrahim unser Reiseleiter vor Ort, der uns am Flughafen schon erwartete, regelte das alles aber mit der landestypischen Souveränität und änderte das Programm kurzerhand ab. Somit wurde aus der am ersten Tag geplanten Eingewöhnungsradtour zur Oase Jebel Fint eine Jeep Tour. Dafür konnten wir die nähere Umgebung unseres komfortablen Hotels noch zu Fuß erkunden und das Zentrum von Ouarzazate erkunden.

Mit einem Tag Verspätung holten wir um 00.30 Uhr dann unsere Räder am Flughafen ab und montierten die für den Flug teilweise zerlegten Bikes in den Morgenstunden im Hotel, wo sie auch sofort auf unseren Verpflegungsbus (Mercedes Sprinter) verladen wurden. Die ersten Kilometer fuhren wir mit dem Bus bis zum Oasen Ort Skoura, dann mit den MTBs weiter durch eine Hochebene des Hohen Atlas Gebirges bis in das berühmte Dades Tal. Am nächsten Tag begann das Unternehmen so richtig: erst durch die Dades Schlucht, dann einer Passstraße folgende bis auf 2800 m Höhe. Dazwischen hatten wir immer ein reichhaltiges Mittagessen im Freien. Ibrahim war mit seinem Jeep immer an unserer Seite, bzw. kurz hinter uns und versorgte uns mit Wasser.

Nach der Nacht in Tamtatouchte folge die Todra-Schlucht. Eindrucksvoll war der Wechsel zwischen fruchtbaren feuchten Tälern und ausgetrockneten Hochebenen und Bergen.

Nun folgten 2 Tage in der Abgeschiedenheit im Anti-Atlas. Übernachtungen im Zelt, nur selten Menschen, aber dafür skurrile Gesteinsformationen, rotviolette Bergketten und wie für das Mountainbike gemachte Abfahrten, bei denen Ibrahim seine „Jeep Fahrkünste“ unter Beweis stellen konnte. Bei all den Fahrten wurden wir von Omar, unserem lokalen MTB-Guide, angeführt. Für die Verpflegung in Sachen Essen und Zelte sorgen Hassan und Hamid mit ihrem Mercedes Sprinter.

Da wir neben dem Land und den MTB-Touren auch etwas von Marokko sehen wollten, besichtigten wir neben Ait Benhaddou, der berühmten Filmkulisse (Lawrence von Arabien. Der Gladiator, Game of Thrones), auch noch Marrakesch. Als Abschlusstour erst über den 2260 m hohen Tizi-n-Tichka Pass mit dem Rad und dann weiter mit dem Bus hinein in die Metropole – die Zivilisation der islamischen Welt hat uns wieder: internationales Hotelessen Swimmingpool… . Noch eine ausgiebige Stadtführung mit Besichtigungen der Djemaa el Fna (Markt), Koutoubia-Moschee und der Bahia-Palast - nicht zu vergessen v.a. des Geruches wegen - die Gerberei innerhalb der Alten Stadtmauern. Und dann noch Zeit zur eigenen Erkundung der Stadt in den Abendstunden.

Nach der mehr als herzlichen Verabschiedung von unseren Führern verlassen wir Marokko wieder und fliegen über Casablanca nach Frankfurt.

Was bleibt?

  • Unvergessliche, wunderbare Eindrücke der Gebirgslandschaften des Atlasgebirges
  • Menschen (Freundschaften), die sich um ihre Gäste kümmern wie es in Deutschland unbekannt ist
  • Schmackhaftes (schweineloses) reichhaltiges Essen
  • UND 12 Bayern, die am fehlenden Bier – islamische Nation – fast verzweifeln, aber eine andere Nation nicht nur per Rad, sondern auch in Sachen Geschichte, (religiöser) Kultur und aktueller Situation ein wenig kennenlernen durften.

Thomas Rupprecht

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