Schneeschuhtour zum Karkopf 1507 m

Der Karkopf ist eine kleine, bewaldete Erhebung in den Chiemgauer Alpen. Bestiegen wird er von Kössen aus. Das Gelände ist ideal für Schneeschuhgeher. Deshalb starteten einige Straubinger DAVler am 10.02.2019 um dem Karkopf aufs Haupt zu steigen.

Geparkt wurde am kleinen Parkplatz der Edernalm, gleich nach der Holzbrücke über die Ache. Zunächst ging es die Strasse hinauf bis zum Gasthof Staffen. Dort konnte man die Schneeschuhe bereits anziehen und über die alte Skipiste hochlaufen. In einem Sattel mit einem Schilderbaum ging es rechts weg und entlang einer Forststrasse in ein Waldstück hinein.

Es mussten mehrere Rinnen gequert werden. Diese waren durch Lawinen voll mit Schnee, der bereits sehr vereist war. Es war äußerst unangenehm, und nicht ungefährlich, da man bei einem Abrutschen weit unten im Talbach ankommen würde. Es bedurfte schon einer guten Gehtechnik um mit den Schneeschuhen das Stück zu meistern. Aber alle Teilnehmer waren diesbezüglich sehr gut und es gab keine Probleme.

In einem Graben wendete sich der Weg auf der anderen Talseite, hinüber zur Notheggeralm.
Mit einem Sicherheitsabstand querten wir anschließend einen steilen Hang. Wir hatten die Wahl, direkt steil anzusteigen oder eben diese Querung. Die Querung war zwar etwas riskanter, aber weniger anstrengend. Auch für Schneeschuhgeher ist nicht immer der steile Anstieg der bessere. Es folgte eine weitere Querung an einer Engstelle, wo der Schnee einen festen, eisigen Harschdeckel hatte. Hier war es nicht einmal angenehm eine Skispur zu nutzen, weil diese bereits sehr abgedriftet war und man mit den Schneeschuhen ja bekanntlich keine Kanten setzten kann. So legten wir uns eine eigene Spur etwas oberhalb an. Dort konnte man den Harschdeckel noch durchstoßen und eine gute Trasse legen. Das würde uns im Abstieg sicher von Nutzen sein.

Danach ging es etwas flacher weiter, bis kurz vor der Karalm. Von dort ging es über eine Steilstufe zu einem Plateau, das wir nochmals für eine Trinkpause nutzten. Der Gipfelhang ist dann doch recht steil, aber nicht sehr lange und bald erreichten alle Teilnehmer den Gipfel. Da gab es natürlich noch einmal Brotzeit. Der Gipfel überraschste mit einem tollen Ausblick.

Noch vor den Skitourenfahrern, die wir am Gipfel trafen, machten wir uns auf den Rückweg. Kurz vor der Querung an der Engstelle hatten sie uns eingeholt. Sssssst, trifteten sie hinüber und kratzten dabei den ganzen Hang ab. Auch unsere, für die Querung extra angelegte Trasse war weg. Danke! Stattdessen mussten wir jetzt einen abgeschredderten, vereisten Hang queren. Das war gar nicht lustig. So wie sich Skitourengeher oft aufs Heftigste beschweren, wenn Schneeschuhgeher ihre Spuren im Aufstieg benutzen, so rücksichtslos zerstören sie deren, für den Abstieg notwendigen, Spuren bei der Abfahrt.

Letztlich meisterten wir den Hang in einer Art Sitestepschlurftechnik, um dann den Rest zur Straße in Falllinie abzusteigen. Die Lawinenrinnen wurden ebenfalls zackig überstiegen und schon ging es der Edernalm zu. Mit einer Einkehr bei den netten Wirtsleuten und einer anständigen Brotzeit wurde die Tour abrundet.

Text: Sepp Zwinger

Bilder: Alexander Franz und Sepp Zwinger

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