Schneeschuhtouren bei der Potsdamer Hütte 03. – 05.03.2019

Am Sonntag den 03.05.2019 brachen wir Schneeschuhgeher aus Straubing auf, um Touren bei der Potsdamer Hütte zu unternehmen. Das waren die Brigitte und der Alexander, die Evi und der Wolfgang, der Helmut, der Jochen, der Sepp und nochmal der Sepp. Schon um 8:15 h ging man am Parkplatz Eisbrücke im Fotscher Tal bei Sellrain los. Zur Potsdamer Hütte konnten wir auf der gut präparierten Rodelbahn auch ohne Schneeschuhe aufsteigen. Kurz nach 11:00 Uhr erreichten wir die Hütte. Das gab uns Spielraum um eine Bergtour anzuhängen. Die Wirtin gab uns bald unser Lager, damit wir unsere Rucksäcke etwas ausleeren konnten.

Auf den Kastengrat sollte es gehen. Nach dem obligatorischen LVS-Check ging es gleich heftig aufwärts. Dafür gewann man ziemlich schnell an Höhe, bis man über einen Rücken ein kleines Plateau erreichte. Dort stand ein Wegweiser, der unter anderem in Richtung Kastengrat deutete.

Beim Aufstieg konnte man teilweise noch alte Skispuren nutzen, die bereits mit Schnee verweht waren. Da diese Spur eben nur noch teilweise zu erkennen war, mussten wir über große Strecken spuren. Immer wieder galt es Hänge mit 30 Grad und mehr zu überwinden. Der obere Teil des Kastengrates war ziemlich abgeblasen, so dass wir stellenweise über Graspolster und Schrofen gehen mussten. Wir querten noch über eine kleine Felsrippe und standen dann auf einem breiteten Rücken, der kurz zur trigonometrischen Stangenmarkierung des Kastengrates hinaufleitet. Wir hatten nach 2:30 Std. die Marke von 2648 m und damit den Gipfel erreicht.

Über den gleichen Weg stiegen wir ab. Das war im oberen Teil als nicht so ganz einfach. Mit Schneeschuhen kann man auch nicht bei jedem steilen Hang direkt in Falllinie absteigen. Hangquerungen und Richtungswechsel zwischen Schrofen und hartem Firn sind ganz eigene Herausforderungen und bedürfen einer guten Gehtechnik. Gut, dass es hier keine Skifahrer gab. Hangquerungen sind für Schneeschuhgeher immer schwierig. Eine Gruppe kann sich beim Aufstieg schon eine gute Trasse für den Abstieg anlegen. Leider werden diese im Abstieg notwendigen Trassen durch Abschwingen und seitliches Triften von Skifahrern oft zerstört.

Schnell waren die schwierigsten Stellen mit verschiedensten Abstiegsvarianten gemeistert und es ging gemütlich der Hütte zu. Bei bestem Wetter, blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein hatten wir an diesem Tag 1500 Höhenmeter im Aufstieg und 600 Höhenmeter im Abstieg geleistet. Da hatte sich jeder das schmackhafte Menü auf der Hütte wohl verdient.

Das Wetter hielt uns auch noch am nächsten Tag. Eine Störung war zwar angekündigt, aber erst gegen Abend. Wie schon am Tag zuvor, ging es den steilen Hüttenhang hinauf, bis zu dem Wegweiser. Heute wollten wir zum Roten Kogel. Es ging in leichtem Auf und Ab um den Kastengrat herum. Über die Schafalm leicht ansteigend, zunächst auf den markanten Sömen zu und dann über die lange Fläche an den Gipfelaufbau des Roten Kogels heran. Von dort ging es etwas steiler in einen Sattel, auf dem wir rechts dem Grat zum Gipfel folgten. Der Grat war ziemlich abgeblasen und wieder schauten Grasmatten und Felsen heraus. Diese ließen sich hier jedoch leichter umgehen und so erreichten wir den schneefreien Gipfel mit 2832 m. Gemütlich und mit Pausen hatten wir 3:30 h für den Aufstieg gebraucht.

Man wurde mit bester Fernsicht belohnt. Vom Karwendel bis zum Kaiser, zur Ruderhofspitze und noch weiter, ragten unzählige Gipfel empor. Doch im Inntal draußen zeigten sich bereits dunklere Wolken und hohe Schleierwolken kündigten den vorhergesagten Wetterwechsel an. So stiegen wir baldigst über den Aufstiegsweg auch wieder ab. Nach 2:30 h Abstieg hatten wir die Hütte wieder erreicht. In der Nacht stürmte es so heftig, dass der Wind den Schnee durch die Ritzen des Daches in die Gesichter des einen oder anderen Schläfers blies und ihn weckte.

Für den nächsten Tag wäre der Schaflegerkogel auf der anderen Talseite geplant gewesen. Beim Frühstück berieten wir, ob wir das wirklich angehen wollen. Dafür sprach, dass es wieder schön geworden war. Doch die Aussicht auf eine verblasene, kaum auffindbare Spur legte den Verdacht nahe, dass wir über weite Strecken spuren mußten. Dazu kam, dass man die gut 700 HM zum größten Teil mit vollem Gepäck zurücklegen müssten. Deshalb entschieden die Teilnehmer sich dafür ins Tal abzusteigen. Es war ja auch noch ein langer Fußmarsch hinunter und eine ebenso lange Heimfahrt zu absolvieren.

Außerdem hatten wir die letzten zwei Tage schon tolle Ziele erreicht. Der Stolz der Teilnehmer war durchaus berechtigt. Haben sie gezeigt, dass es auch mit Schneeschuhen möglich ist hochalpine Wintertouren über 2600 m. und Tagesaufstiege von 1500 HM zu bewältigen und das in teilweise schwerem Gelände.

Es war eine rundum schöne Tourenzeit, mit tollen Teilnehmern und schönen Eindrücken einer winterlichen Gebirgslandschaft.

Text: Sepp Zwinger, Bilder: Alexander Franz, Jochen Heindl, Sepp Zwinger

Zurück