Skihochtourenwoche Chamonix vom 13.04. bis 19.04.2019

Tag1 (Samstag)
Nun war es endlich so weit, für 17 Skihochtouren-Aspiranten hatte das Warten nun endlich ein Ende. Mit 5 Fahrgemeinschaften ging es Richtung Chamonix. Standardmäßig war der erste Treffpunkt mit der vollständigen Truppe in Lustenau an der Shell Tankstelle (Übergang AT-CH) um noch eine bezahlbare Leberkässemmeln zu essen (Peppi, Thomas, Regina, Michael, Till, Martin, Markus, Wolfgang, Reinhard, Caro, Franz, Christian, Peter, Helmut, Hans, Sabine).

Weiter ging es auf der A1 über Zürich, Bern, Lausanne, Martigny und einen Pass nach Frankreich bis Argentiere wo auch unsere Talunterkunft für die nächsten Tage bereitsteht. Da der Check In erst in ca. 45min stattfinden konnte, haben wir gleich das Pub „Savoy“ in der Nachbarschaft besucht und uns ein Bierchen nach der langen Fahrt gegönnt.

Nach Aufteilung der Zimmer, Liftpässe, Buskarten bezogen wir unsere 4 Bettzimmer und gingen pünktlich um 19 Uhr zum Abendessen. Eine große Auswahl an Buffet erwartete uns und so musste niemand hungern. Anschließend habe wir uns noch zur Tour Besprechung in einer „Chill out Area“ eingefunden. Der Tourenvorschlag von Peppi hatte 2 Optionen, da sich die Wetterberichte nicht wirklich einig waren, somit hatte Peppi eine Option „safe“ bei schlechter Sicht und eine Option „Genuss“ vorbereitet. Wir haben beschlossen die morgige Tour als Eingehtour alle zusammen anzugehen, die finale Entscheidung fiel dann beim Frühstück.

Tag2 (Sonntag)
Nachdem wir beim Aufstehen aus dem Fenster schauten und nur leichter Hochnebel in Richtung Grands Montets zu sehen war, ist die Entscheidung für die Option „Genuss“ schnell gefallen, somit ging es auf den „Col du Passon“. Nach dem Frühstück um 7 Uhr stellte sich noch jeder ein Picknick für den Tag zusammen (Obst, Baguette, Riegel, Tee). Per Fußmarsch und mit voller Hochtourenausrüstung ging es nun zur Grands-Montets-Seilbahn welche wir bis zur Mittelstation (1930m) nutzten. Von Hier aus ging es nun mit den Tourenski Richtung Osten zum Glacier d Argentiere welchen wir auf einer Höhe von ca. 2200m erreichten und über die die Moräne ins Gletscherbecken einfuhren. Nach Querung des riesigen Gletschers war eine kurze Tragepassage um auf der anderen Seite wieder über die Muräne aus dem Gletscher zu kommen. Nun ging es über angenehme Hänge bis auf eine Höhe von ca. 2900m. Hier zog dann eine steile Rinne mit ca. 45° (mit Steigeisen, Pickel und Ski auf dem Rücken) auf den Col du Passon auf eine Höhe von 3028m und dem höchsten Punkt der Tour mit 3050m Namens „Cairn“. Hier erwartete uns die traumhafte Bergkulisse des Mont Blanc Massivs mit atemberaubenden Blick auf das Dach der Alpen dem „Mont Blanc“ mit seinen 4810m und seinen Trabanten. Was soll man da noch sagen… „Einfach gigantisch“. Wir entschieden uns bei einer Brotzeit dass wir in 2 Gruppen Richtung Nord-West nach le Tour abfahren. Uns erwartete bester unverspurter Pulver im oberen Teil auf dem Glacier du Tour, im unteren Teil wurde es durch die Nord-Exposition sehr eisig was durch etwas steilere Rinnen nur sehr unangenehm und mit großer Vorsicht zu befahren war. Flach auslaufend auf „Sulz“ kamen wir dann in Le Tour an wo wir uns eine Erfrischung gönnten und auch die 2. Gruppe bald eintraf. Gemeinsam ging es dann mit dem Bus zurück nach Argentiere. Nach einer Dusche und gutem Abendessen ging es nun an die Tourenplanung für den nächsten Tag… => Die Wettervorhersage war nahezu perfekt. Wir beschlossen alle zusammen am nächsten Tag auf die Aiguille du Midi (3842m) mit der Seilbahn zu fahren, von hier aus waren 2 Optionen machbar. Die Abfahrt über das Vallée Blanche mit Abstecher zum Col Freshfield oder die Besteigung des Mont Blanc du Tacul mit seinen 4248m und anschließender Abfahrt über das Vallée Blanche.

Tag3 (Montag)

Das Wetter war wie vorhergesagt, nur schöner. Beim ersten Blick aus dem Fenster könnte man schon die Szenerie von Aiguille du Midi und Mont Blanc erkennen. Schon beeindruckend, ja unbegreiflich wenn von hier aus die Aiguille du Midi mit Ihren 3842m und der Mont Blanc im Hintergrund mit 4810m zu sehen sind und der Mont Blanc sichtlich tiefer im Hintergrund thront und doch 1000hm höher liegt. Nach dem Frühstück ging es mit dem Bus nach Chamonix, anscheinend hatten bei dem Wetter mehrere die Idee auf eines der High Lights von Chamonix zu fahren, die Aiguille du Midi… wir mussten ca. 1h anstehen bevor es über die Mittelstation auf die Bergstation ging. Die Weitläufigkeit und Abmessungen dieses Massivs sind wirklich beeindruckend und darf nicht unterschätzt werden. Nun ging es mit Steigeisen an einem Seilgeländer über die steile Eisflanke I`Arête de I´Aiguille du Midi auf eine größere Gletscherfläche.

Hier teilten wir uns wieder in 2 Gruppen auf, Peppi, Regina, Franz, Hans, Caro, Wolfgang befuhren das Vallée Blanche ohne Zeitdruck mit einem Abstecher zum Col Freshfield auf 3625m, dann ging es durch spektakuläre Eisbrüche, Gletscher und Seracs über ca. 15km bis zum Ausstiegspunkt. Die hier noch vorherrschende Gletscher- und Eiswelt ist wohl einzigartig und kein zweites Mal in den Alpen zu finden.

Die zweite Gruppe hatte sich einen 4000er vorgenommen. Thomas, Martin, Till, Reinhard, Christian, Peter, Helmut, Michael, Markus und die kurz entschlossene Sabine fuhren auf den Col Du Midi mit 3532m ab, hier ging es dann mit Fellen bis auf eine Höhe von ca. 3700m bis knapp unter den ersten Bergschrund den es zu überwinden galt. Mit Steigeisen, Pickel und den Skiern am Rucksack befestigt ging es erst über eine Aluminiumleiter und dann steil in die NW Flanke wo über uns durchaus große Seracs thronten. Durch eine erst direkte Linie und mehrmaliges umgehen von großen Spalten und Eismauern kamen wir auf die Schulter des Mont Blanc du Tacul wo wir unsere Ski wieder unter die Füße schnallten. Unschwer ging es zum Gipfel 4248m, wo die letzten 50hm über Blockwerk erklettert werden mussten. Da nun unser Zeitlimit voll ausgeschöpft war ging es auf Skiern durch die NW Flanke, nahe der Aufstiegspur zurück zum großen Bergschrund. Hier seilten wir uns mit 2 weiteren Seilschaften ab. Nun stand die Entscheidung an, zurück zur Aiguille du Midi oder noch sportlich ambitioniert das Vallée Blanche abfahren und hoffen die letzte Zahnradbahn um 17 Uhr zu erreichen. Wir entschieden uns für Letzteres und es ging mit viel Schwung und wenig Verschnaufpausen die 15km bis zum Ausstieg und letztlich ca. 100hm zur Seilbahn welche uns zur Zahnradbahn beförderte. Naja 1985 hätten wir uns die 100hm noch sparen können, da war die Zubringerseilbahn auf Gletscherniveau. Glücklich und geschafft von der Tour bestellte Till in der Zahnradbahn via Whats App bereits 10 Bier bei der anderen Gruppe die bereits in einem Cafe in Chamonix wartete und uns für den Gipfel beglückwünschte.

Es sei noch erwähnt, dass einige der Gruppe mit dem Ziel einer „Mont Blanc“ Besteigung zu machen spielten, dies ist aber nur bei bestem Wetter, guten Verhältnissen am Berg und einer Portion Kondition möglich. Deshalb war auch eine Akklimatisierung für dieses ambitionierte Ziel notwendig, was hier perfekt gepasst hat.

Nach dem Abendessen war der nächste Tag zu beplanen und eine Entscheidung wegen der Mont Blanc Besteigung musste her. Für Dienstag war ab Nachmittag Regen/Schnee angesagt, was uns eine kleine Tour auf den Plan brachte oder optional zum Alpin Skifahren einlud. Mit der Seilbahn von Les Praz zur La Flegere Hütte um hier dann je nach Wetter was zu unternehmen.

Da das Wetter für Mittwoch und Donnerstag äußerst stabil und gut vorhergesagt wurde entschieden sich 7 Personen den Mont Blanc über die Grands Mulets Hütte zu besteigen. Thomas hat uns netterweise mit seinem besten Französisch 7 Schlafplätze auf der Hütte reserviert.

Täglich war noch gemütliches Zusammensein in unserer Unterkunft oder im Savoy.

 Tag 4 (Dienstag)

Der Wetterbericht stimmte, es war schon zu erkennen, dass das Wetter über den Tageslauf wohl schlechter werden würde, war aber noch ganz gut. Nach unserem stärkenden Frühstück ging es mit dem Bus nach Pes Praz wo wir voller Vorfreude ausstiegen und dann feststellen mussten das die Bahn schon geschossen war. Schade…. Es dauerte aber nicht lange, bei der perfekten Organisation von Peppi und Thomas waren schnell Alternativen bereit. So waren wieder 2 tolle Möglichkeiten um den Tag zu genießen. Schön wenn eine solch tolle Gruppendynamik vorherrscht und alle an einem Strang ziehen, was bei dieser Gruppengröße auch nicht selbstverständlich ist.

  1. Im Skigebiet La Brevent etwas Alpin Skifahren
  2. Nochmal das Vallée Blanche (was ja weltberühmt ist) zu befahren (kam bei den ein oder anderen wegen Zeitdruck bei der Mont Blanc du Tacul Besteigung zu kurz)

Hier verbrachten wir alle eine schöne und erholsame Zeit, der Schnee war gut und am frühen Nachmittag wurde das Wetter auch schlechter wie vorhergesagt. Drum ging es dann nachmittags in die Sauna, zum Bouldern oder auch gemütlich zum Kaffee trinken in einer der Dorfbäckereien mit unglaublich schönen und wohlschmeckenden Torten, Kuchen, Baguettes. Jeder nach seinem Belieben.

Von Martin, Till, Markus, Peter, Christian, Helmut und mir wurde die Zeit auch noch genutzt um die Tour auf den Mont Blanc zu planen, Material, Materialaufteilung, Route, Wetter, Lawinenlage, Wind und Zeitplan, alles musste noch nochmal im Detail abgestimmt und gecheckt werden.

Schon wieder Essen…. Um 19 Uhr war es wieder so weit. Beim gemütlichen Zusammensein wurden die gewaltigen Eindrücke verarbeitet. Peppi, Thomas und Reinhard haben uns für den Mont Blanc von ihrer eigenen Besteigung fünf Jahre zuvor dann noch ein paar Tipps gegeben und die Schlüsselstellen nochmal im Detail erklärt. Danke dafür….

Tag 5 (Mittwoch)

Getreu dem Motto, Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages, haben wir unsere Tabletts diesmal besonders üppig gefüllt, zumal wir auch noch etwas Proviant für den Tag und das magere Frühstück auf der Grands Mulets etwas kompensieren wollten. Um 8.27 Uhr ging es dann mit dem Bus zur Seilbahn der Aiguille du Midi welche wir bis zur Mittelstation auf 2310m nutzen. Von hier ging das Abenteuer „Mont Blanc“ richtig los. Gegen 10 Uhr starten wir mit Skiern unter den Füßen, ein kurzer Aufstieg, dann Einfahrt über die Gletschermoräne des Glacier des Pélerin´s, um diesen dann leicht ansteigend zu queren, dieser Bereich ist durch die drohenden Seracs in der Nordwand der Aiguille du Midi vormittags und ohne große Pausen zu queren. Auf einer Höhe von 2600m gehen wir weiter unter den Nordabbrüchen und steiler werdenden Hängen in Richtung SW um einen noch steileren Hang abfahrend mit Fellen zu queren, so wird der letzte Pfeiler der Nordwand umfahren umso schließlich auf den Glacier des Bossons zu gelangen (2500m). Hier ging es nun am Seil aufgeteilt auf 2 Seilschaften über den Anfangs flachen und zahmen Gletscher. Allerdings ließen die riesigen Eisbrüche und Türme schon erahnen das sich das Gelände ändern würde. Eine Szenerie wie aus einer anderen Welt, so etwas haben wir auch noch nicht auf anderen Westalpentouren gesehen, wir konnten uns gar nicht satt sehen von dieser Landschaft. Weiter ging es mit staunenden Blicken Richtung La Jonction. Hier fließt der Gletscher wegen unterschiedlicher Hangneigungen unterschiedlich schnell was zur Folge hat, dass hier riesige Gletscherspalten, Verwerfungen und Türme umgangen werden müssen. Wir waren froh hier eine bereits angelegte Spur eines Bergführers vorzufinden, der wir folgten. Naja sehr vertrauenswürdig war dies auch nicht, aber am Seil haben wir langsam aber bestimmt die Schlüsselstelle bewältigt. Mit einem Auf und Ab und schmalen Schneebrücken schlägt das Herz hier schon etwas schneller und nicht wegen der Anstrengung. Nun haben wir uns für eine Pause entschieden, es war sehr warm und man konnte im T-Shirt seinen Tee und Riegel genießen. Von hier waren es nun noch ca. 400hm bis zur Hütte, welche wir auf Ihren Felssporn, nur umgeben von Gletscherflächen bereits erblickten. In Spitzkehren ging es unschwer zum Skidepot der Hütte, von wo man über einen kurzen Klettersteig zur Hütte aufsteigen kann. Für die knapp 1000hm haben wir gut 4h benötigt das zeigt die Ausmaße dieses Gebiets. Auf der Terrasse haben wir dann den Nachmittag bei bestem Bergwetter und Bier genossen. Nach Materialcheck und Bezug des Schlaflagers gab es um 18 Uhr Abendessen. Der Andrang auf der Hütte war so groß das in 2 Schichten zu Abend gegessen wurde. Hier gibt es nochmal Lob an die einfache aber sehr gute Küche, es gab so viel Nachschlag wie man essen konnte. Respekt muss man auch dem Hüttenwart und einem Koch zollen die hier auf 3051m den Laden alleine schmeißen, bei bis zu 80 Bergsteigern. Nach dem Sonnenuntergang gingen alle gegen 20.30 Uhr ins Bett.

Der andere Teil der Gruppe hatte sich ebenfalls ein ehrgeiziges, aber deutlich leichter erreichbares Ziel gesetzt: Die Aiguille du Plan. Leichter erreichbar von der Aiguille-du-Midi-Seilbahn, allerdings eine Querung unterhalb des Midi-Plan-Grates durch spaltenreiche Bereiche oberhalb des vallee blanche. Immer wieder mussten wir von oben steile, schlecht einsehbare Hänge beurteilen, aber auf die stabile, sehr gut gesetzte Schneedecke war erwartungsgemäß Verlass. Unseren Zeitplan brachte dann ein kleiner Sturz mit den Skiern durcheinander, die Bindung löste aus und ein Ski verschwand in einer offenen Gletscherspalte. Durch eine kleine Klettereinlage von Thomas, gesichert von Peppi, konnte das kostbare Fortbewegungsmittel wieder an die Oberfläche geholt werden. Die alte Diskussion, ob auf Gletschern Fangriemen oder Skibremse....So eine Rettungsaktion kostet Zeit und in der Zwischenzeit war es so warm geworden, dass wir unser ursprüngliches Ziel aufgaben und ohne Zeitdruck diese besonders interessante Variante der mer-de-glace-Abfahrt von oben auf die Requin-Hütte zu genießen konnten. Der zunehmend tiefer werdende Firn in den Südhängen bestätigte unsere Entscheidung gegen die Gipfelbesteigung.

Tag 6 (Donnerstag)

Für die Montblanc-Besteiger auf der Grand Mulet Hütte gab es wie am Vortag auch zum Frühstück 2 Schichten, 2 Uhr und 3 Uhr, wobei wir um 3 Uhr Frühstück bekamen, so dass wir pünktlich am Skidepot um 4 Uhr, nach dem wir noch Felle und Harscheisen montieren mussten, bei fast Vollmond starten konnten. Nun ging es in der Dunkelheit mit Stirnlampe und langsamen Schrittes von einer Spitzkehre in die nächste. Über das Petit Plateau und weiter über das Grand Plateau zum Col de Dome. Hier sind überall riesige Eisbrüche die immer in Bewegung sind, noch bewusster wird einem das erst bei Sonnenaufgang, ein ganz besonderer Moment. Gefährdete Bereiche sind die Eisbrüche unterhalb des Dome de Gouter und aus der Nordflanke es Mont Blanc. Am Tag zuvor haben wir hier unter Sonneneinstrahlung mehrere Abbrüche gehört oder sogar gesehen. Angekommen am Col du Dome sehen wir bereits das Skidepot welches sich wegen Blankeis kurz unterhalb der Vallot Biwak befand. Umgerüstet auf Steigeisen und Pickel haben wir uns auf 2 Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe machte eine etwas längere Pause im Vallot Biwak die anderen gingen bereits ohne große Pause weiter über den teilweise ausgesetzten Bossesgrat Richtung Mont Blanc. Über teils schmale Gratschneiden, Spalten und steile Flanken erreichen Till, Martin und Markus um genau 10 Uhr den Mont Blanc Gipfel auf 4810m. Schlagartig fällt die Anstrengung von einem ab und man ist überglücklich auf dem Dach der Alpen zu stehen. Nach einer kurzen Trinkpause und ein paar Fotos haben wir auch wieder den Abstieg angetreten, wobei die 2. Gruppe bereits auch kurz vor dem Gipfel war und auch gleich das Gipfelglück genießen durfte. Glücklich aber mit voller Konzentration ging es den Bosses Grat wird zurück zum Vallot Biwak. Bei einer längeren Pause auf 4362m haben Till, Martin und Markus noch kurzer Hand entschlossen den Dome de Gouter nach einer kurzen Skiabfahrt mit Fellen zu besteigen. Immerhin ein offizieller 4000er der insgesamt 82 4000er in den Alpen mit einer Höhe von 4304. Die anderen haben nach einer Pause dann am Col du Gouter auf uns gewartet, somit haben wir alle gemeinsam die lange Abfahrt angetreten. Über schöne Hänge ging es Stück für Stück bergab, wir genossen die Abfahrt mussten aber immer auf große Gletscherspalten und Abbrüche achten. Oben noch guter Schnee wurde dieser ab einer Höhe von 3200m immer schwerer. Vorbei an der Grands Mulets Hütte hatten wir eine gute Möglichkeit die La Jonction in der Draufsicht zu studieren und die beste Variante für die Überquerung zu beratschlagen. Wir entschieden uns bei der Überquerung für die gleiche Stelle wie beim Hinweg. Weiter über flaches Gletschergelände mit Firn zur nächsten Herausforderung auf dem Rückweg, die Querung des steilen Hangs unterhalb der Aiguille du Midi Nordwand. Wir fellten auf und durchstiegen den Hang leicht ansteigend bis wir wieder in den Glacier des Rélerin´s einfahren konnten und diesen schnellstmöglich ohne Felle querten um letztendlich über die Gletschermuräne aus dem Gletscherbecken zu kommen und endlich Richtung Mittelstation abfahren zu können. Glücklich und alle Wohlauf haben wir gegen 15 Uhr die Zivilisation wieder reicht. Nach gut 2000hm im Aufstieg und 2700hm Abfahrt an einem Tag in dieser Höhe haben wir schnellstmöglich eine Tränke in Chamonix gesucht um dort auf unseren super Erfolg anzustoßen.

Zurück in Argentiere waren alle froh das wir wohlbehalten und mit Gipfelglück gesegnet zurück waren. Reinhard hatte für alle Mont Blanc Bezwinger noch ein „Karmeliten Goldköpferl“ kühlgestellt. Das haben wir uns natürlich noch besonders schmecken lassen. Danke Reinhard!

Nach dem Abendessen war das Motto: „Nach dem Gipfel ist vor der Gipfelfeier“ hier wurde ausgiebig gefeiert, angeblich hatte die Bar Savoy auch Ihren letzten Tag in dieser Saison, so war sie sehr spendabel mit Bier und Genepi was die Not mit sich brachte dass es gar nicht so einfach war eine Runde zu bezahlen.

Die Nicht-Mont-Blanc-Fraktion war dabei natürlich auch vertreten, zumindest etliche Höhenmeter konnten von diesem Teil der Gruppe nach einer Besteigung der Aiguille des Grand Montets und einem weiteren Steilhang Richtung Aiguille Verte gefeiert werden. Nach einem Brand im September 2018 sind Gondeln und Seile beider Sektionen abgebaut. Stattdessen kann mit einer Kleinkabinenbahn und einem Sessellift bis etwas über die Höhe der beschädigten Mittelstation aufgefahren werden. Das bisherige Pistengelände gehört momentan den Skibergsteigern und wurde außer von uns noch von zahlreichen anderen Tourengehern genutzt. Eine fantastische Aussicht auf die Gipfel des Argentiere-Kessels und sogar noch etwas Pulverschnee machte auch diese Gruppe glücklich.

Tag 7 (Freitag)

Nun ist eine ganze Woche Skihochtouren in den Westalpen schon wieder vorbei, bei bestem Wetter haben sich 2 Fahrgemeinschaften dazu entschlossen noch eine kleine Skitour zu machen und erst anschließend die lange Heimreise anzutreten. Die anderen haben Ihre Zimmer gesäubert und sind nach dem Frühstück und nachdem sie sich vom Rest verabschiedet hatten Richtung Heimat gestartet.

Peppi, Thomas, Regina, Micheal, Martin, Till und Markus sind (teils nochmal) mit Seilbahn und Sessellift Richtung Grands Montet auf eine Höhe von 2600m gefahren und von hier aus in Richtung Col des Rochasses auf 3037m aufgestiegen, hier wechselten wir auf die sonnige Ostseite wo wir ein kurzes Stück den Glacier des Rognons abfuhren. Über die Freeride-Abfahrt kamen wir so zurück zum Skigebiet wo wir dann bei leicht aufgefirnter Piste bis ins Tal nach Argentiere abfahren durften. Hier angekommen ging es zurück zur Unterkunft, wo jetzt auch für uns Packen, Putzen und nochmal Duschen auf dem Programm stand. In Lustenau trafen sich dann beide Fahrgemeinschaften noch zum Pizzaessen, von hier ging es dann direkt Richtung Heimat. Nach insgesamt 9h Fahrt war jeder froh endlich wieder Zuhause zu sein.

Fazit: Es hat wieder sehr viel Spaß gemacht mit Euch allen in die Westalpen zu fahren, größter Dank gilt den Organisatoren Peppi und Thomas. Bei so perfekter Organisation dürft Ihr das gerne wieder machen…. :-)  

Markus Nowokowsky

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