Sonnwendfeuer am Straubinger Haus und meine erste Hüttenübernachtung vom 21-22. Juni 2019

Erlebnisbericht vom kleinen Tim Winklmeier

Schon vor zwei Jahren übernachtete meine Schwester Emma im Straubinger Haus und war begeistert von ihrer ersten Hüttenübernachtung. Nun durfte ich mit meinen 16 Monaten ebenfalls in der traumhaft gelegenen Alpenvereinshütte eine Nacht verbringen. Am Mittwoch startete mein „verrückter“ Papa mit meinem Opa auf dem Radl von Lintach bei Hunderdorf in Richtung Berge. Die beiden wollten in 2 Tagen unsere kleine Ferienwohnung in Grassau hinter dem Chiemsee erreichen. Ein Traum von meinem Opa, den er sich erfüllen wollte und auch erfüllte. Papa fuhr mit dem MTB und mein fitter Opa mit dem E-Bike. Nach 4 ½ Stunden und 87 km Fahrt erreichten die Beiden Eggenfelden, wo sie in einem kleinen Hotel übernachteten. Am nächsten Tag starteten sie schon früh um der Hitze zu entkommen. Die ersten Fotos von der Radltour zeigte mir meine Mama am Handy. Mit meiner Schwester Emma fuhren wir am späten Vormittag mit dem Auto ebenfalls in Richtung Grassau. Das Wetter war super schön und ich freute mich schon die beiden Radfahrer zu sehen, die gerade durch Neuötting fuhren. Einen großen Teil der Strecke konnten sie auf Radwegen fahren, aber immer wieder mussten sie auf viel befahrene Straßen ausweichen, um nicht einen zu großen Umweg in Kauf nehmen zu müssen. Meine Mama suchte auf halber Strecke einen schönen Spielplatz, damit die Fahrt für uns Kinder nicht zu langweilig wurde. Natürlich durfte als Belohnung ein Eis ebenfalls nicht fehlen :-) In Chieming am Chiemsee gibt es eine Eisdiele, wo wir uns einen schattigen Platz suchten und ich ein leckeres Eis schlecken durfte. Auf einmal sah ich zwei Radfahrer um die Ecke biegen und ich grinste. Mein Opa und mein Papa waren nach über 5 Stunden Fahrt und 101 km ebenfalls am Chiemsee angekommen. Ich freute ich sehr und drückte beide ganz fest, aber dann war mein leckeres Eis wieder viel wichtiger :-) Nachdem alle gestärkt waren fuhren wir mit dem Auto weiter nach Grassau und die beiden Radler kämpften sich ebenfalls weiter. In der Ferienwohnung half ich meiner Mama die Wohnung bezugsfertig zu machen und schon kamen die beiden angeradelt. Ich war mega Stolz auf meinen fitten Opa, der mit seinen „jungen“ 71 Jahren innerhalb 2 Tagen insgesamt 190 Kilometer geradelt war. Opa du bist mein Held. Später fuhren wir an den nahegelegenen Reifinger See, wo meine Schwester schwimmen übte und ich im Wasser plantschte bis ich pitsch nass war. Leider zog ein Unwetter auf und wir marschierten schnell zum kleinen Restaurant am See. Kaum saßen wir, fing es auch schon stark zu gewittern und regnen an. Uns machte das unter Dach nichts aus und am wichtigsten war eh das leckere Essen :-) Gestärkt liefen wir dann bei strömendem Regen zum Auto. In der kleinen Wohnung durfte ich noch in die Badewanne, bevor es ins Bettchen ging. Der Freitag begrüßte uns wieder mit Sonnenschein. Zuerst kauften wir fürs Frühstück ein. Später war ich wieder hundemüde und ein kleines Schläfchen konnte nicht schaden. Währenddessen fuhr meine Mama mit dem MTB zu den Grassauer Almen, Emma und mein Papa machten den nahegelegenen Spielplatz unsicher und Opa passte auf mich auf. Kurz nach Mittag ging es dann los bis Reit im Winkl, wo wir uns mit Papas Kumpel Daniel und seiner Tochter Emily trafen. Da sie im selben Alter wie Emma ist, hatte meine Schwester eine ideale Spielgefährtin. In Blindau parkten wir dann am Wanderparkplatz. Hier durfte ich Steine in einen kleinen Bach werfen, was mir riesig Spaß machte. Später brachte uns ein Shuttlebus auf einer holprigen Strecke bis zur Hindeburghütte auf ca. 1200 Höhenmeter. Endlich konnte die Wanderung zum Straubinger Haus beginnen. Zuerst wanderten wir relativ eben über die Hemmersuppenalm, bis es dann auf einem teilweise steilen und matschigen Pfad nach oben ging. Ich saß in der bequemen Kraxe, die meine Mama schleppte. Mein Papa konnte zwar hunderte Kilometer über die Berge laufen, aber beim Wandern mit Kraxe bekam er immer Probleme mit der Achillessehne. Meine Schwester und Emily sausten die Pfade nur so nach oben und waren immer auf der Suche nach kleinen Insekten, Schnecken, Blumen und weiter oben fanden die Beiden auch noch etwas Schnee, wo auch gleich eine Schneeballschlacht ausbrach :-) Nach ca. 1 ½ Stunden Wanderung, bei herrlichem Bergwetter erreichten wir dann die Alpenvereinshütte Straubinger Haus auf 1551 m auf der Eggenalm. Hier begrüßten wir viele weitere Alpenvereinsmitglieder der Sektion Straubing. Klar bin ich auch schon Mitglied beim Alpenverein. Endlich durfte ich aus der Kraxe und konnte auf dem kleinen Spielplatz der Hütte umhersausen. Auch kühle Getränke gab es zur Stärkung. Papa, Mama und Opa bekamen eine Radler und ich eine leckere Schorle. Langsam kamen die Wolken und es fing zu regnen an. Wir machten es uns in der Hütte gemütlich. Die Hüttenwirtsleute waren sehr nett und wir bekamen ein cooles Zimmer im zweiten Stock. Ich durfte zwischen Opa und Mama unten schlafen und Papa, Daniel und die Mädels schliefen oben in den Stockbetten. Nach dem leckeren Abendessen wurde ich sehr müde und meine Mama legte sich mit mir ins Bett, wo ich gleich einschlief. Auch meiner Schwester und Emily fielen langsam die Augen zu. Dadurch verschliefen wir alle das Sonnwendfeuer :-) Aber Papa, Mama und Opa waren dabei, wie das Feuer auf einer Anhöhe angezündet wurde. Es hatte pünktlich um 21 Uhr zu regnen aufgehört und somit stand dem Feuer nichts im Weg. Nach einigen Versuchen brannte der Holzstoß lichterloh und war noch in der Ferne gut zu sehen. Gut das mein Papa viele Fotos und Videos gemacht hatte, so konnte ich das spannende Erlebnis auch noch am nächsten Morgen genießen. Natürlich erst nach dem ich mein Morgenfläschchen bekommen hatte. Mit leerem Bauch kann ich mich nicht konzentrieren :-) Da das Wetter vielversprechend aussah ging es nach einer Spieleinheit wieder in die Kraxe und diesmal trug mich Papa in Richtung Fellhorngipfel. Die kleinen Trailrunner Emma und Emily liefen fleißig voraus und ich machte ein kleines Nickerchen. Aber pünktlich zum Gipfelsieg auf 1764 m war ich hellwach und genoss die traumhafte Aussicht auf Kampenwand im Norden, Kaiser im Westen, Glockner, Venediger im Süden und viele weitere schöne Berggipfel. Stolz bezwang meine Schwester ihren 151. Gipfel und ich ebenfalls mega stolz meinen 31. Gipfel. Zurück auf der Hütte durfte ich nochmals auf den Spielplatz und auch eine kühle Schorle und ein Stück Kuchen durfte nicht fehlen. Zurück bis zur Hindenburghütte trug mich diesmal meine Mama, während die Mädels sich wieder auf die Suche nach sämtlichem Getier machten. Pünktlich zur Mittagszeit erreichten wir die Hütte, wo ich Schnitzel mit Kartoffeln bekam. Wenn das Bäuchlein voll ist, dann bin ich zufrieden :-) Holpernd fuhren wir dann mit dem Shuttle zum Parkplatz, wo wir dann die lange Heimreise antraten…

Fazit: Meine erste Hüttenübernachtung war ein voller Erfolg, auch wenn ich das Sonnwendfeuer verschlafen hatte. Dafür gab es einen schönen Panoramaspielplatz und reichlich zu essen. Auch das Wetter spielte perfekt mit und der Regen am Abend hat mir super gefallen, gerade weil ich pitsch nass wurde :-) Im nächsten Jahr bin ich sicher wieder dabei und dann schlafe ich nicht mehr ein :-)

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