Sportklettern im Frankenjura

Am zweiten Juniwochenende durften wir mal wieder tief ins Nördliche Frankenjura eintauchen und uns im löchrigen Kalk austoben. Die Wetterprognose war optimal und das Haus der Naturfreunde bei Hormersdorf stand uns exklusiv zur Verfügung. Bereits Freitagvormittag startete das erste Fahrzeug und testete die moderaten Felsen am Riegelstein. Bis zum Nachmittag hatten sich alle elf Teilnehmer dort eingefunden und teilweise die ersten Felskontakte der Saison erlebt. Das kleine aber feine Klettergebiet bietet abwechslungsreiche Routen in allen Schwierigkeitsgraden und leidet nur am hohen Lärmpegel von der nahen Autobahn. Die Krönung des Freitages setzten allerdings später die hervorragenden Forellen aus der Grünmühle, die vom Jonas fachmännisch gegrillt einen echten Leckerbissen am Abend darstellten.

Der Samstag bot hohe Wände an der Münchser Wand und der Stierberger Gemsenwand. Obwohl das Wetter nicht besser sein konnte, herrschte kaum Betrieb an den Felsen, sodass die Toprope-Seile auch mal länger in der Wand hängen durften. Bei den teilweise mageren Absicherungen erwies sich der Clip-Stick als wertvoller Helfer, um zumindest den oft sehr hohen ersten Haken sicher clippen zu können. Den langen Klettertag rundete die gemütliche Einkehr beim Singer-Wirt in Hormersdorf perfekt ab und mehrere fränkische Schäufele fanden dankbare Abnehmer. Aber auch vegetarische Gerichte wurden in dem empfehlenswerten Gasthaus schmackhaft zubereitet.

Thematisch passend suchten wir am Sonntag die Hexenküche bei Hilpoldstein auf fanden dort alle Zutaten fränkischer Kletterkunst: kleinlöchrige Überhänge, glatte Platten, glatte Verschneidungen sowie monströse Sanduhren. Am Nachmittag statteten wir dem berühmten Kletterer Wolfgang Güllich einen Besuch ab. Bis zu seinem Tod 1992 war Güllich einer der besten Kletterer seiner Zeit und prägte den Frankenjura wie kaum ein anderer. Seine Grabstätte in Obertrubach ist zu einer Wallfahrtstätte der Kletterszene geworden und entsprechend dekoriert.  

Mit ordentlichem Kuchen im benachbarten Cafe Müller endete die gelungene Kletterfahrt.

Till Hauptmann

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