Warum Skitouren nur für Frauen? (31.01.-02.02.2020)

Schon öfter habe ich gehört, es wäre diskriminierend, Skitouren nur für Frauen anzubieten. Da mag vielleicht auch ein bisschen der Neid mitspielen ob der Kombi mit Sauna oder Wellness. Aber, liebe Männer, wollt ihr das überhaupt? Wenn die ersten zwei oder drei nach einer Auszieh- oder Trinkpause losmarschieren und nach Minuten feststellen, dass der Rest der Gruppe nach wie vor am selben Fleck steht und immer noch ratscht? Wenn den Mädels im Abstand von einer Viertelstunde jeweils einfällt, dass sie gerade jetzt ihre lange Unterhose ausziehen müssen? Wenn die nachfolgende Hälfte ihre eigene Pause einlegt, während die Vorausgegangenen nicht wissen was los ist und frierend warten? Glaubt mir, das wollt ihr doch überhaupt nicht.

Aber genau das ist der Grund, warum es eine Skitour nur für Frauen gibt. Weil wir dann genau das tun können, ohne dass irgendjemand meckert. Weil die konditionell Schwächeren nicht das Gefühl haben müssen, sie halten die ganze Gruppe auf und der ein oder andere ärgert sich insgeheim darüber. Weil dann auch mal ein „Weiberschmatz“ geht. Nicht um den Austausch von Haushaltstipps oder Kochrezepten, weit gefehlt, eher um das, was die Männer vielleicht nicht gern hören oder hören sollten ????. Und weil man dann vielleicht auch mal mit jungen Männern mit nackten Oberkörpern „posen“ kann (siehe Fotos).

Nun zum Bericht: Bereits am Freitag kamen wir alle im Sporthotel Schönruh in Ehrwald an, einige etwas früher, um gleich am ersten Tag den Wellness-Bereich zu nutzen, andere erst zum Abendessen. Für den Samstag einigten wir uns – auch im Hinblick auf die vorherrschende Lawinenwarnstufe 3 - auf das 2.109 m hohe Galtjoch in den Lechtaler Alpen. Mit 3 Autos kamen wir am bereits proppenvollen Parkplatz unterhalb von Rinnen an. Mit einheimischer Unterstützung schafften wir es trotzdem, unsere Autos noch so abzustellen, dass kein anderes Fahrzeug eingesperrt war. Bei strahlend blauem Himmel und deutlichen Plustemperaturen ging es los, zunächst auf einem Forstweg, dann über einen Wiesenhang und durch Waldschneisen bis zur Ehenbichler Alm. Von dort querten wir die bewaldeten Südhänge der Abendspitze bis zu den freien Hängen zwischen dieser und dem Galtjoch. Zuletzt mussten wir noch ein breites Grat bezwingen, bis wir auf dem Gipfel standen. Die Abfahrt ging besser, als wir gedacht hatten, war der Schnee doch schon ziemlich nass und schwer. Natürlich musste auch der Einkehrschwung auf der Alm noch sein, wo wir die letzten Sonnenstrahlen genossen, bevor dunkle Wolken aufzogen und wir rasch auf dem Winterweg abfuhren. Bald darauf fielen wir in der Hotelsauna ein, wo wir mit unserem lauten Geschnatter den ein oder anderen Gast vertrieben.

Für den Sonntag war die Tourauswahl sehr schwierig. Nach wie vor Lawinenwarnstufe 3, es hatte die ganze Nacht geregnet und sollte auch spätestens Mittag wieder zu regen anfangen. Dazu kam starker Wind. Nicht unbedingt die besten Bedingungen. Man einigte sich auf eine leichte Tour von der Sprungschanze in Garmisch über einen Wanderweg bis zum Berggasthof Eckbauer mit Abfahrt über die Skipiste. Am Parkplatz angekommen, stellten wir fest, dass nicht nur der durchaus steile Weg dank Blankeis eine einzige Rutschpartie versprach, sondern auch der obere Teil wegen Sturmschäden gesperrt war. Nun war guter Rat teuer. Schließlich einigten wir uns darauf, unsere 2018er Skitour auf den Garmischer Hausberg zu wiederholen. Es gibt dort extra für Tourengeher eine Strecke - zunächst neben der Piste, dann auf der – für Pistenskifahrer aktuell gesperrten – Skiroute, der wir folgten, bis wir hinüber zur Drehmöser 9 queren konnten, unserem Einkehrziel für diesen Tag. Mittlerweile hatte es ohnehin schon zu regnen begonnen. Trotzdem hatten wir gut 600 Höhenmeter zurückgelegt, die wir dann – gut gestärkt – wieder über die Piste abfuhren, bevor es Richtung Heimat ging.

Zurück