Weisskugel 3738 m über die Oberettes Hütte 2680 m

Auf Wunsch einzelner Dauerteilnehmer bei meinen Hochtouren stand diesmal die Weisskugel auf dem Programm. Ich habe mir den Weg durch das Matschertal ausgesucht. Somit mussten wir über den Reschen bis zum Gasthof Glieserhof 1811 m fahren und von dort zu Fuß aufsteigen. Aufgrund der labilen Wetterlage war erst gar nicht so sicher, ob man einen so hohen Berg besteigen kann.

Manfred, Diana und Sabine starteten bereits am Freitag um in ca. 6,5 h über die malerisch gelegenen Saldurseen aufzusteigen. Sie suchten sich den Weg im Schnee. Am Samstag, dem eigentlichen Anreisetag machten sie noch eine Tour zu einer nahegelegenen Scharte – dem früheren Weg zum Gipfel – und stoppen im hüfthohen Schnee.

Die zweite Gruppe, Hans, Gitte und Julia, nahmen sich in der Nähe des Reschen Passes eine Unterkunft und starteten am Samstagmorgen ebenfalls den Hüttenzustieg über die Saldurseen.

Die dritte Gruppe Andi, Tobias, Gabi und Thomas fuhren über Rosenheim um Caro noch aufzugabeln – ein sehr lukrativer Job, neben einer Toilettenbenutzung erhielten wir als Dank ein vollständiges Frühstück – und nahmen dann den Normalweg 3 h und 860 Hm/ zur Hütte. Erst einer Forststrasse folgend und dann in Serpentinen bis zur Hütte, die wir trocken erreichten.

Nachdem noch einige noch den Weg für morgen etwas ausgekundschaftet hatten, trafen wir uns zum 3-Gänge Menu im Gastraum der kürzlich renovierten und in hellem Holz ausgebauten Hütte. Die Wirtsleute Karin und Edwin Heinisch sind wirklich nett und haben sowohl die Hütte, die Küche als auch die Gäste voll im Griff. Der Wirt half mir mit ein paar Tipps über die aktuellen Verhältnisse und so konnte ich meine Tourenplanung der gesamten Gruppe mitteilen. Alle waren gut drauf, bis ich den Zeitpunkt des Frühstücks 4:30 Uhr verkündete. Huifd nix – es geht auf den zweithöchsten Berg der Ötztaler!

Sonntagmorgen starteten wir mit vielen anderen aus der Hütte im Lichtkegel der „Hirnbirn“ und stiegen erst steil bis zu einem kleinen See auf, um dann leider wieder 100 Hm zum Gletschereinstieg abzusteigen. Die Sonne war schon über den Bergkamm und es war klar, dass der Tag stabil, wenn auch nicht wolkenlos sein wird. Die Sicht war aber gut, so dass die Orientierung auf dem Gletscher kein Problem darstellte. Allerdings musste ich aufgrund der Neuschneeauflage von 2950 m ab spuren. Auf einer Höhe von 3300 m übernahm die uns folgende Gruppe aus Wagging. Sie hatte drei ältere Herren in ihren Reihen (76, 74 und 71 Jahre alt). Wir folgten nach einer kurzen Trinkpause und hatten sie bald eingeholt. Ab dem Hintereisjoch 3460 m hatte den restlichen Weg schon eine andere Gruppe gespurt. Die knapp 40° steile, 100 Hm hohe Rampe war aufgrund des Neuschnees sehr einfach zu begehen. Dann kurz über den flacher werdenden Rücken und schon standen wir vor dem ausgesetzten Grat, der noch die letzten paar Höhenmeter bis zum Gipfelkreuz führt. Leider wollten nicht alle sich die Kletterei im I. Grat antun, dafür hatten sie den gleichen Ausblick und genossen eine ausgiebigere Gipfelrast.

Über den gleichen Weg ging es einfach und wesentlich schneller zurück. Auf der Hütte gab es die berühmten Oberettes-Nudeln – sehr zu empfehlen - als Belohnung und nach einer einstündigen Rast mussten wir „nur noch“ die verbleibenden 860 Hm zu den Autos absteigen.

Die meisten Teilnehmer wollten am Ende der Tour schon das Ziel für 2020 wissen. Da muss ich mal überlegen….

Danke an die begeisterten Teilnehmer und an Diana, Mane und Hans für die tatkräftige Unterstützung.

Thomas Rupprecht

 

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